30.03.2015 // Fashion

15 Baumwollmythen - Antworten, Fakten und Informationen

15 Baumwollmythen - Antworten, Fakten und Informationen

15 BAUMWOLL-MYTHEN

Baumwolle als Textilfaser ist seit tausenden von Jahren in Europa gleichermaßen bekannt wie beliebt. Nichtsdestotrotz halten sich viele Mythen in Verbindung mit diesem einzigartigen Naturprodukt. Wir gehen einigen von ihnen auf den Grund und klären auf, ob sie richtig oder falsch sind.

Baumwollkleidung schützt nicht bei niedrigen Temperaturen!

„Niedrige Temperaturen“ sind natürlich relativ. Allerdings ist an der Aussage etwas Wahres dran! Zwar gibt es dicke, wärmende Kleidung aus Baumwolle – etwa Pullover und Sweatshirts – jedoch sind diese äußerst angenehm zu tragenden Textilien nicht winddicht und trocknen eher langsam. Bei Schnee und Eis sollte man also über dem Baumwollpulli eine moderne Funktions- oder andere Winterjacke – etwa mit Daunenfutter – tragen!

Baumwolle ist nicht atmungsaktiv!

„Doch! Baumwolltextilien sind kaum wärmeisolierend, dafür aber atmungsaktiv. Das bedeutet, dass sie Feuchtigkeit aufnehmen – und bei trockener Luft – wieder abgeben können. Baumwolle ist sehr angenehm auf der Haut zu tragen und verfilzt nicht. Für extremere körperliche Aktivitäten bieten sich allerdings speziell konzipierte Funktionsmaterialien an.

Baumwolle ist leicht entflammbar!

Diese Aussage ist korrekt! Allerdings ist kein Stoff feuerresistent – ob aus Baumwolle oder Polyester. Zwar brennt reines Polyester langsamer als, insbesondere leichte, Baumwolltextilien, doch dafür tropft es heiß ab, was zur Ausbreitung des Feuers führen kann.

Baumwolle ist auch Wolle!

Baumwolle ist keine Wolle im eigentlichen Sinn, da sie nicht tierischen Ursprungs ist. Ist also, beispielsweise in einer Pflegeanleitung von „Wolle“ die Rede, ist Schurwolle gemeint. Baumwolle hingegen wird immer auch mit Baumwolle bezeichnet. Die Baumwollpflanze ist, trotz ihres Namens, kein Baum, sondern ein Strauch aus der Familie der Malvengewächse.

Baumwolle ist antistatisch!

In der Tat! Kleidungsstücke aus Baumwolle laden sich deutlich schwächer auf als solche aus Seide, Wolle oder Kunstfasern. Zwar sind Stromstöße durch elektrostatische Entladung im Normalfall nicht gesundheitsschädlich – doch birgt der Schreckmoment birgt in gewissen Situationen eine Unfallgefahr.

Baumwolle ist problematisch für die Umwelt!

Synthetische Textilien basieren meist auf dem Rohstoff Erdöl, die Herstellung der Fasern kann sehr energieintensiv sein. Bei Baumwolle fällt dieser Faktor nicht ins Gewicht. Dafür benötigt die Pflanze große Mengen an Wasser – insbesondere im konventionellen Anbau. Bio-Baumwollanbau setzt auf eine dickere Humusschicht, die Wasser besser speichert und keine chemischen Dünger und Pflanzenschutzmittel benötigt. Einen sehr guter Anhaltspunkt für nachhaltige Bio-Baumwolle ist das GOTS-Label, das in entsprechend zertifizierten Textilien eingenäht ist. Tipp: Längere Verwendung verbessert die Ökobilanz. Daher beim Kauf möglichst auf Qualität achten und abgelegte Kleidung spenden oder verschenken.

Baumwolle ist besonders saugfähig!

Kleidungsstücke aus Baumwolle nehmen sehr viel Feuchtigkeit auf. Selbst wenn sie 20 % ihres Gewichts an Wasser aufgesogen haben, fühlen sie sich noch trocken an. Erst bei 65 % Aufnahme tropfen sie. Sind die Fasern nass sind sie noch stabiler als im trockenen Zustand, was ihnen sehr gute Waschbeständigkeit verleiht.

Konventionelle Baumwolle ist mit Chemikalien belastet!

Um unbedenkliche konventionelle Baumwolle kenntlich zu machen, wurde der Oeko-Tex-Standard 100 geschaffen. Das Label 'Textiles Vertrauen' zeigt an, dass entsprechende Textilien nachweislich die Grenzwerte für bestimmte gesundheitsgefährdende Schadstoffe unterschreiten.

Baumwolle löst Allergien aus!

An sich nicht. Jedoch ist nicht das Rohmaterial ausschlaggebend für Allergien, sondern wie dieses weiterverarbeitet und behandelt wird. Pestizide, Pflanzenschutzmittel, Bleichmittel etc. können – auch mit Bio-Baumwolle – in Berührung kommen. Das Oeko-Tex Siegel garantiert unter anderem, dass das Textil am Ende des Produktionsprozesses keine lösbaren, hautgefährdenden Substanzen enthält. Der strenge GOTS Standard garantiert ebenfalls, dass Kleidung für Kinder und auch Erwachsene frei von Schadstoffen ist.

Fleecejacken enthalten Baumwolle!

Jacken aus 100 % Fleece enthalten keine Baumwolle, da es sich bei Fleece um einen Veloursstoff handelt, der meist aus Polyester hergestellt wird. Das zusammenhängende Stück Wolle nach der Schafschur wird – lautlich gleich – als Vlies bezeichnet, hat aber auch nichts mit Baumwolle zu tun. Nichtsdestotrotz können Fleecejacken zusätzliche Schichten enthalten, die aus Baumwolle bestehen.

Baumwolle ist besonders hautfreundlich!

Baumwolle ist, wie zum Beispiel auch Leinen, besonders angenehm auf der nackten Haut zu tragen und kratzt nicht. Sie ist daher insbesondere für empfindliche Hauttypen häufig erste Wahl.

Leinen ist auch Baumwolle!

Nein. Leinen ist zwar auch ein rein natürliches, pflanzliches Produkt, hat mit Baumwolle allerdings überhaupt nichts zu tun. Als Halbleinen werden Textilien bezeichnet, die aus Baumwolle und mindestens 40 % Leinen bestehen.

Bio-Baumwolle ist nachhaltig!

Bio-Baumwolle ist nur im Hinblick auf ökologischen Anbau und damit verbundener Ressourcenschonung nachhaltig. Soziale, ethische Faktoren spielen, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Wenn man besonderen Wert auf die Arbeitsbedingungen bei Produktion und Verarbeitung legt, sollte man zusätzlich auf Siegel wie Fair Wear oder Fairtrade achten.

Baumwolle kann man nicht kochen!

Kleidung aus Baumwolle sollte man tatsächlich nicht zu heiß waschen. Außer man möchte sie gezielt einlaufen lassen. Normale Alltagswäsche wird allerdings auch bei niedrigen Temperaturen sauber. Sollen – etwa im Krankheitsfall – Keime entfernt werden, kann der Wäsche ein spezieller Hygienespüler zugefügt werden.

Baumwolle ist nicht reißfest!

Schon die natürliche Struktur der Baumwollfaser, die Anordnung der Zellulose, macht Baumwolle besonders reißfest. Im nassen Zustand verstärkt sich diese Eigenschaft sogar noch einmal und macht Baumwolltextilien besonders gut waschbar.
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